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12.11.2013

Nachsitzen. Die Textilkennzeichnungsverordnung.

Immer wieder wird hier und dort viel über die Pflicht zur Kennzeichnung von Textilien (sofern man diese zum Verkauf anbietet) geschrieben. Weil das so unglaublich unübersichtlich und oft auch schlichtweg falsch ist, war ich diesbezüglich bis vor Kurzem noch einigermaßen orientierungslos. Auch dank lieber Hinweise von hier und da habe ich es - so hoffe ich wenigstens - inzwischen begriffen und fasse hier mal in aller Kürze zusammen, was für meine (in der EU) angebotenen Kinderkleidungsstücke von Relevanz ist: 

  • Die Kennzeichnung der verwendeten Materialien muss dauerhaft am Kleidungsstück angebracht sein. z.B. eingenäht oder eingestempelt, ein Papieretikett reicht ebensowenig wie die Sicherheitsnadel.
  • Besteht das Kleidungsstück aus mehreren Materialien unterschiedlicher Zusammensetzung, so müssen diese auch getrennt voneinander, einzeln aufgeführt werden. (Mehrkomponententextilien, Artikel 11, es gibt Ausnahmen... )
  • Werden die Produkte online vertrieben, gehört die Textilkennzeichnung nach obigen Vorschriften auch in die Artikelbeschreibung. 


Ausnahmen gibt es hier und da. Weiterhin Regeln, wie genau die Materialien bezeichnet werden müssen, was vielleicht doch unter den Tisch fallen darf und, und, und... Eine informative und gut verständliche Seite zur Textilkennzeichnungsverordnung (die das Textilkennzeichnungsgesetz abgelöst hat) habe ich hier gefunden. Über Sinn und Unsinn kann man sich lange streiten. Ich möchte aber selber auch immer gerne wissen, woraus meine Kleidung besteht. Allerdings trenne ich die Etiketten meistens sofort nach dem Kauf heraus oder schneide sie ab (und ärgere mich, weil sie dann noch mehr kratzen). Mit diesem Hintergrundwissen gehört das mühevolle Etikettieren der Kleider dann auch nicht zu meinen Lieblingsaufgaben... 

Ein kleines Label wird kaum fertig gedruckte Etiketten zu 1000en Stück einkaufen. Denn so werden sie meist angeboten. Kleinere Auflagen gibt es mehr und mehr, für meine oft auch unterschiedlichen Materialangaben habe ich aber noch nichts wirklich Passendes finden können. Und so habe ich bisher einiges beschriftet, gestempelt und eingenäht. Heute kam wegen akuten Etikettenmangels kurz vor dem nahenden Markttermin ein langes, festes Baumwollband aus Omas Nähkästchen zum Einsatz. Eine gute Fee rettet derlei Schätze immer vor dem Sperrmüll und bringt sie mir ins Nähstübchen. An einigen ursprünglich zusammengenähten Stellen war dem Band anzusehen, dass es einst wohl einen bestimmten Zweck erfüllte... Das Nonplusultra ist nun auch diese Variante der Etikettierung leider nicht, es dauert einfach viel zu lange und meine Schrift wird und wird auch nach dem 20. Etikett nicht schöner... Und so tüftle ich noch ein wenig weiter, schicke mein kleines Tagwerk noch eben zum Upcycling- und zum creadienstag und bin gespannt, wie Eure liebste Lösung aussieht? Vielleicht möchtet Ihr auch ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern...

EDIT: in den Kommentaren sind sehr informative Links versammelt. Herzlichen Dank!


24.09.2013

Stoffetiketten einnähen

Frisch aus der Maschine gehüpft ist heute jenes Shirt. Wieder mit eingenähtem Stoffetikett aus einem Jerseyrest im Rückenausschnitt. Denn es zeigt sich inzwischen, dass abgelegte Kleidungsstücke den richtigen Zeitpunkt zum Wiedergetragenwerden (von inzwischen hinein gewachsenem Kleingemüse) verpassen, weil keine Größe in den Kleidungsstücken steht. Außerdem landet doch immer mal wieder etwas im Fundstückehaufen der Kita. Um es dort leichter wieder hinaus zu fischen oder besser gar nicht erst dort hinein legen zu lassen, hilft ja zukünftig vielleicht doch eine konsequentere Namenskennzeichnung. Das Etikett nähe ich inzwischen immer nach der unten folgenden Beschreibung mit ein. 
Das Säumen mit einer Flatlocknaht der Overlockmaschine war für mich heute Neuland. (EDIT: ich meine den Leiterstich auf der rechten Stoffseite bzw. die 3-Faden-Overlocknaht) Die faulen Bündchen klappen sich beim Tragen immer nach oben, weil ich sie nicht extra Absteppen möchte. Das ist nicht schlimm, aber es stört mich. Beim Flatlocksaum habe ich die leise Hoffnung, dass jenes Hochklappen nicht mehr passiert. Wenn dem tatsächlich so ist, werde ich hier anlässlich von Fräulein Rohmilchs famoser Shirtwoche in den nächsten Tagen noch ein paar Tipps und Überlegungen zum Leiterstich verlieren. Wer einstweilen schon mal üben möchte, kann sich hier ein schönes Tutorial dazu anschauen. Für meine Maschine (Gritzner 788) waren die Einstellungen aber komplett anders. Und auch jenes Buch brachte kein annähernd zufrieden stellendes Ergebnis. Vielleicht sind Eure Maschinen ja nicht so zickig und es klappt bei Euch auf Anhieb...? Ich lasse heute nachmittag mal das Tragegefühl testen, schaue genau auf das Saumklappverhalten und verfasse dann entweder den versprochenen Post für alle Gritzneroverlocker oder spare doch lieber auf eine Covermaschine (oder eine andere Overlock...) und schweige... 


Kaufe ich hin und wieder doch mal Kleidung im Handel, schneide ich zu allererst die Etiketten raus, weil sie mich stören. Die abgeschnittene Variante kratzt dann aber mitunter noch mehr. Ein vollständiges Heraustrennen ist oft nicht möglich, weil die Etiketten mit der Overlocknaht fest mit dem Kleidungsstück verbunden sind. Einmal mehr heißt es also: lieber selber nähen! Und zwar so: Jersey muss man eigentlich nicht versäubern, ich schneide für ein weiches, nicht kratzendes Etikett immer einen Halbkreis aus einem Jerseyrest mit der Zickzackschere zu und fixiere ihn mit einer Stecknadel in der hinteren Mitte. Und zwar unter der Nahtzugabe vom bereits angenähten Halsbündchen. Der Halsauschnittstreifen nach diesem Tutorial ist an dieser Stelle noch nicht umgeklappt. Wird er im nächsten Schritt festgesteppt, fixiert man mit der gleichen Naht auch das Etikett. Dieses lässt sich dann nach Lust und Laune beschriften oder bestempeln und ist mir auch immer wieder ein schöner Farbtupfer am Shirt. Vor allem aber zeigt es meiner Tochter beim Anziehen endlich unmissverständlich, wo hinten und vorne ist. Halleluja!

Damit verdient sich mein Stoffetikett hier heute den Alltagsheldenstatus. Mehr Shirts gibt es noch die ganze Woche lang beim Fräulein Rohmilch und mehr spannende Einblicke in dienstägliches kreatives Tun wie immer hier. Dankeschön!

22.03.2013

Zitronen - Osterei. DIY.

Nach meiner kürzlichen Zitroneneierfahrung und lockenden Rufen von Annettes Ostereiern habe ich den Faden noch ein wenig weiter gesponnen. Das Ergebnis ist vielleicht noch keine ausgereifte Schönheit, aber vielleicht lässt sich darauf aufbauen: ob es wohl auch mit Schwimmreifen wie bei Ulmas wunderschönen Hibiskuseiern funktioniert? Auf dem ersten Bilde nimmt das Ei ein Bad in Zitronensaft. Essig müsste sich ebenso eignen, riecht aber nicht so gut. Ein paar Minuten des Wartens und es bilden sich Bläschen an der Schale und die braune Farbe lässt sich abwischen. Der Rest ist selbsterklärend... Euch einen guten Start ins Wochenende! Wir pflegen weiter unsere geplagten Bäuche und hoffen, dass Geburtstagskuchen eine gute Idee ist...



16.03.2013

Mosaik - Ostereier DIY

Im letzten Jahr auf dem familiären Ostertreffen gefunden und unbedingt nachbasteln wollen: zwei Mosaikeier. Der schwierigste Teil der Umsetzung bestand darin, weiße Eier für einen größtmöglichen Farbkontrast zu finden. Weil meine Suche tatsächlich erfolglos blieb, habe ich zwei braune Eier für ein paar Minuten in Zitronensaft eingelegt. Danach lassen sich große Teile der braunen Farbe einfach abreiben. Ich habe die Eier nicht ausgeblasen sondern für ca. 2h auf kleiner Flamme gekocht. Das macht sie zwar ungenießbar aber für Jahre haltbar (ohne zu stinken!) und sie sind nicht so zerbrechlich wie ihre ausgeblasenen Freunde. Den während der letzten Sonntagsfrühstücke gesammelten braunen Eierbruch habe ich mit handelsüblichem flüssigen Bastelkleber auf die helleren Eier aufgeklebt. Vorher gewaschen und getrocknet, damit auch auch wirklich jede Geruchsentwicklung ausgeschlossen wird. Beim Kleben selber braucht es dann etwas Geduld und Geschick. Eine Pinzette kann hier helfend unterstützen. War die letzte Osterbastelei noch ein quasi Gemeinschaftswerk mit dem Kinde, habe ich diesmal ganz für mich allein gewerkelt. In nächtlicher Ruhe, still und leise. Herrlich. Muß auch mal sein... Euch einen wunderschönen Sonntag!

Ein Ei verstecke ich in Katjas Freitagsfundstücken, das andere in Annettes Herzblutprojekten. Vielleicht werden sie dort gefunden...

31.12.2012

Wenn Wünsche schwimmen lernen - 2013 ahoi!

Während der letzten Wochen habe ich mit großer Begeisterung immer wieder von Caros Märchennüssen probiert (inzwischen sind sie zu Wunschnüssen geworden). Aber auch einige echte Nüsse haben wir hier in der Weihnachtszeit geknackt und immer wieder ein paar unversehrte Schalen auf die Seite gelegt. Bei Katja las ich kürzlich von Ihrem Vorhaben, die Nüsse mit Wünschen bespickt zur See zu schicken. Die Idee fand ich so schön, dass ich sie heute mit dem kleinen Mädchen verwirklicht habe. Dazu haben wir zunächst ein kleines Papierdreieck mit Wünschen beschrieben, bemalt, einmal gefalten und dieses dann - gleich einem Segel - auf ein Streichholz gesteckt. Die Nußschalen habe ich etwa zur Hälfte mit flüssigem Wachs aus den Adventskerzen befüllt. Dorthinein wird sogleich das Segel gesetzt und so lange still gehalten, bis sich das Wachs verfestigt. Das dauert auf so kleinem Raum mit ein bißchen Gepuste nur wenige Sekunden. Bevor es zur See ging, gab es für alle Schiffchen eine kleine Testfahrt in einer heimischen Wasserschüssel. Eventuelle Schlagseiten konnten wir durch ein Drehen des Segels so noch gut ausgleichen. 


Kind und ich waren ganz verzaubert und so werden wir zum nächsten Jahreswechsel bestimmt wieder ein paar Schiffchen auf die Reise schicken. Vielleicht geht ja sogar der eine oder andere Wunsch in Erfüllung? Viele Ideen, wie sich Weihnachtliches noch wunderbar recyclen lässt, gibt es übrigens dieser Tage bei Caro zu sehen. Habt einen schönen Silvesterabend und kommt gut ins neue Jahr! Wir lassen es ganz ruhig angehen und konzentrieren uns lieber auf ein ausgeschlafenes und üppiges Neujahrsfrühstück. Die ersten Begegnungen mit Silvesterknallern während unseres Gangs zum Wunschschiffhafen lassen allerdings vermuten, dass ich wohl die halbe Nacht ein ängstliches Kinde beruhigen werde... Guten Rutsch!

22.12.2012

Eiszeit

Wir sind müde. Kränkelnd. Erschöpft. Die Speicherkarte der Kamera ist verschollen (mein liebes Kind, wo hast Du sie versteckt...?!) dabei würde ich Euch vor den herbeigesehnten Feiertagen so gerne noch an meiner wundervollen Post teilhaben lassen, die mich so aufmunternd durch die letzte Woche getragen hat...  Die tägliche Adventspost, ein Rehgewinn und völlig unerwartete Herzensgrüße haben mich sehr gerührt! Vielen lieben Dank! Hier bleibt es über Weihnachten erstmal still. Und eisig:


Für den solebich Adventskalender habe ich eine kleine Eiszeit hinter das 23. Türchen zaubern dürfen. Was da so filigran im Kerzenschein leuchtet, ist mit ganz wenig Aufwand gemacht, hält allenfalls zu Geduld und Ruhe an und läutet so vielleicht auch bei einem von Euch jene willkommene Auszeit über die Feiertage ein... Wie es funktioniert, erfahrt Ihr hier

Ich wünsche Euch besinnliche und fröhliche Weihnachtstage im Kreise Eurer Liebsten. 
Herzlich, Eure Marja

25.09.2012

Stoffdruck mit frischen Früchten. Upcycling Dienstag

Gestern gab es hier meine ersten gestempelten Herbstfrüchte zu sehen. Danke für Eure lieben Kommentare, nun freut mich der Anblick der Äpfel umso mehr! Wie angekündigt, habe ich mich gleich an die nächste Frucht gemacht und musste schnell feststellen, dass Äpfel keine Birnen sind... Darum an dieser Stelle ein paar kleine Tipps, vielleicht wollt Ihr es auch mal probieren: 
Ihr braucht Äpfel, Birnen oder, oder.... Dazu Stoffmalfarbe (meine ist für dunkle Textilien und trotzdem brauchte ich drei Durchgänge, bis ich genügend Farbe auf dem Stoff hatte...), einen Pinsel, ein Stück Stoff bzw. ein Kleidungsstück, Tasche oder, oder... Papier als Unter- bzw. Zwischenlage und etwas Fingerspitzengefühl. 


Die Früchte in der Mitte mit geradem Schnitt durch das Kerngehäuse teilen und etwas antrocknen lassen. Ungeduldige helfen mit einem Küchentuch nach. Meine Birne war sehr saftig und nahm deswegen eine Weile so gut wie keine Farbe an! Auch deswegen rate ich unbedingt zu einem Druck auf einem Probestück. Dafür mit dem Pinsel gleichmäßig die Farbe auftragen und die Frucht auf den Stoff drücken. Gegebenenfalls noch einmal etwas von der Frucht abschneiden, weiter trocknen lassen oder mehr oder weniger Farbe auftragen. Willst Du ein fertiges Kleidungsstück oder eine Tasche bestempeln, lege etwas Papier zwischen die Stofflagen, damit nichts durchdrückt. Überlege Dir gut, wo Du die Drucke platzieren möchtest - ich bin mit meinem Exemplar etwas unzufrieden und hätte die Stempelei lieber etwas höher. Aber einmal gedruckt, ist nichts mehr zu ändern! Das gilt auch für kleine Spritzer, Fingerabdrücke und andere Schmierereien... Ich spreche da aus Erfahrung ;-) Mit gefühlvollem Druck gelangen die Früchte schließlich auf den Stoff, anschließend nach Anleitung fixieren. In diesem Falle habe ich mich für das (dreitägige) Trocknen an der Luft entschieden, da ich den Stoff nicht ausdauernd so heiß bügeln wollte. Bestimmt geht das alles auch auf Papier oder anderen Untergründen. Dann muß es natürlich keine Stoffmalfarbe sein. Immer wieder sehe ich auch, dass mit Acrylfarbe auf Stoff gedruckt wird. Ich suche aber noch immer nach Erfahrungswerten bezüglich der häufigen Waschbarkeit? Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen?

Das Shirt ist (in mittlerweile lieb gewonnener Recyclingtradition) eine Zusammenführung aus einem alten Top von mir und einem Shirt aus dem Familienfundus. Nun passt es dem kleinen Mädchen und dem Herbst... Noch mehr Upcycling gibt es heute wieder bei NINA zu sehen! Und was heute außerdem noch gewerkelt wird, sammelt der creadienstag ein.



06.07.2012

Grünzeug. Spitzwegerich ölt Mückenstich.

Seit einiger Zeit bin ich (auf Empfehlung meiner eigenen Naturmama) gerne zu Gast bei den wunderbaren Naturkindern. Fortan werden dort unter dem Motto "Grünzeug. We love green stuff" jeden Freitag Ideen für Naturerlebnisse mit Kindern zusammengetragen.

Uns zieht es jeden Tag bei Wind und Wetter nach draußen. Darum sind wir gerne mit dabei und wappnen Euch heute erst einmal mit unserem Spitzwegerichöl gegen das Jucken der Insektenstiche und das Brennen der Nesseln. Beides fängt man sich in freier Natur ja doch gelegentlich mal ein...

    
Eine Handvoll junger Spitzwegerichblätter pflücken.

    
Behutsam waschen und trocknen (entfällt auf einer Biowiese), von etwaigen Bewohnern befreien und klein zupfen.

    
Mit Olivenöl aufgießen bis alles gut bedeckt ist. An einem sonnigen Platz ziehen lassen, gelegentlich schütteln und nach einigen Wochen abseihen. 

Das Öl lindert den Juckreiz nach Insektenstichen, hat eine entzündungshemmende Wirkung und fördert die Wundheilung. Wahrscheinlich kann es noch viel mehr, wir beschränken uns aber erstmal auf genannte Empfehlungen zur äußerlichen Anwendung und nehmen gerne weitere Tipps zur Verwendung entgegen. Wie sieht es beispielsweise mit dem Husten aus? Als kalten oder warmen Umschlag vielleicht oder auch zur innerlichen Anwendung?

Die anwesenden Kinder haben jedenfalls fleißig und mit großer Freude gepflückt, gezupft und geschüttelt und so wird seither jeder neue Mückenstich freudestrahlend willkommen geheißen und mit einem Tropfen (unfertigen) Öl versorgt...
Wer in freier Wildbahn kein Öl zur Hand hat, erzielt übrigens die gleiche Wirkung, indem er die Blätter leicht zerkaut oder zerreibt und sie dann auf die zu versorgende Stelle legt. Und wem nach vielen Schritten die Füße schmerzen, der pflückt den Bruder: den Breitwegerich und legt seine Blätter zur Linderung in die Schuhe... 

In diesem Sinne, raus in die Natur mit Euch... 
Herzliche Grüße, Marja

26.06.2012

Upcycling in 3 Minuten. Jacke wird Lernspielzeug.

Dieser Tage verstehen wir einander ganz gut, mein Trotzmädchen und ich. Vielleicht haben wir den ersten Schub schon überstanden, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich Trotzreaktionen vorbeuge, wo immer es geht. Beispielsweise werde ich es so schnell nicht wieder wagen, meinem Kinde Milch einzuschenken, ohne es vorher nach seinen Wünschen bezüglich der Getränkeauswahl befragt zu haben... ;-) Was nämlich auf diese meine Frechheit folgte, war eine lautstarke, ausdauernde aber eigentlich so einfache Lehrstunde für mich, die ich zudem auch noch ganz schnell verstanden hatte. Seither wird vorher gefragt und es gibt dort tatsächlich keinerlei Probleme mehr. Eigentlich ganz einfach...
Ein weiterer Explosionsherd bleibt aber jeden Tag das Anziehen. Eigentlich klappt es prima und nahezu allein, aber in der morgendlichen Eile können die Socken schonmal zur Geduldsprobe für Mutter und Kind werden. Wenn dann alles überstanden ist, stehen wir kurz vor Abflug vor der größten Hürde - dem Jackenreißverschluß. Der klappt nämlich noch nicht allein und löst jeden Morgen wieder Kummer und Zeitnot aus... 
Aber auch diese tägliche Lehrstunde hat nun gestern abend endlich gefruchtet. So wurde das Thema Jackenreißverschluß kurzerhand in ein "Lernspielzeug" verlegt, welches auch tagsüber mal in aller Ruhe bearbeitet werden kann und so längerfristig vielleicht zur erhofften Entspannung am Morgen führt...? 

    

    

Die Umsetzung ist wirklich ein Kinderspiel und war ungelogen in drei Minuten vollendet:
Ärmel- und Kapuzenseiten einer ausgedienten Jacke grade (nicht so wie bei mir, schief...) abschneiden,
RV halb öffnen. Jacke auf links drehen und alle Seiten füßchenbreit steppen. Dabei am unteren Ende des Reißverschlusses eine Öffnung lassen, damit dort später der RV aufgezogen werden kann und genug Platz zum Hantieren bleibt. Jacke durch den geöffneten RV wieder auf rechts wenden und nach Belieben ein Kissen oder andere Schätze darin versenken und so den Lernwillen steigern ;-) Mein Jackenexemplar ist ja von Natur aus auch noch mit vielen Knöpfen gesegnet und bekam zu allem Überfluß noch einen ausgedienten Kordelstopper verpasst. Fertig.

Ich trage lange schon den Gedanken an ein derartiges Spielzeug mit mir herum. Dass ich am Ende mit so wenig Aufwand zum gewünschten Erfolg kommen würde, hätte ich aber nicht gedacht. Zwar haben wir nicht gerade unser schönstes Jackenexemplar hervorgekramt (das sollen lieber noch andere Kinder tragen, bevor es zum Spielzeug verbraten wird), aber der ZWECK ist in jedem Fall erfüllt. Und im Zusammenleben mit dem Trotz müssen eben manchmal eher schnelle statt wunderschöne Lösungen her.
Nun muß sich nur noch zeitnah ein Lernerfolg einstellen, dann sind wir vielleicht auch am frühen Morgen trotzfrei.

Mehr Upcycling sammelt heute nochmal die liebe Nina, bevor es für alle in eine wohlverdiente Sommerpause geht.

Euch einen schönen Dienstag,
herzliche Grüße,
Marja



14.06.2012

Hosen flicken? Bären auf die Knie!

Unlängst habe ich HIER einen beeindruckenden Stapel an Hosenflickwerk entdeckt. Auf meine verzweifelte Nachfrage hin gab mir Nina des Nachts eine ausführliche Nachhilfestunde im Hosenflicken und hier gibt es heute die ersten Früchte.


Das mir bislang verborgen gebliebene Hosenflickgeheimnis liegt im teilweisen (!) Auftrennen der Seitennaht. So kommt man mit dem Freiarm der Nähmaschine beim Aufnähen des Flickens überall bequem heran. Zum Schluß wird die geöffnete Seitennaht wieder geschlossen und fertig ist das Flickwerk. Wahrscheinlich wusste das jeder außer mir...?

Danke, liebe Nina, bei diesem Projekt hat mir das Nahttrennen zur Abwechslung mal richtig Freude bereitet und die Lieblingshose kann nun mit Kind und Bären noch ein paar Runden toben gehen. 

Herzliche Grüße, Marja

30.04.2012

Tutorial. Schnittmuster kopieren nach Art des Hauses.


Seit meinem Start ins Nähleben vor einigen Jahren, habe ich viele Stunden auf dem Boden robbend verbracht und (eher ungern) Schnittmuster kopiert. Anfangs fluchend, die Knie und der Rücken schmerzend, mit ehermäßigem Ertrag nach durchkopierter Nacht. Inzwischen habe ich für mich einen Weg gefunden, der keine Flüche mehr braucht, die Schmerzen im Rahmen hält und so kurz bzw. lange dauert, wie es nun mal eben dauert, die vielen Linien zu kopieren und auszuschneiden. Kopierrädchen, Kopierpapier oder Malerfolie... am Ende ist der folgende Weg mein -bis dato- Nonplusultra geworden und ich möchte ihn gerne mit Euch teilen. 

Man nehme:

  • Gelbe Säcke oder ähnliche dünne, möglichst große Mülltüten. 
  • Scharfe Schere (niemals nie und nochmals nie die Stoffschere!). 
  • Schnittmuster. 
  • Permanentmarker. 

Mehr nicht.


Hiesige gelbe Säcke sind dünner als dünn und somit gänzlich ungeeignet für den Transport von Müll. Sie haben aber wenigstens den Vorteil, dass sie sich beim Kontakt mit Schnittmustern sofort ganz verliebt anschmiegen. Sie kleben regelrecht am Papier. Perfekt also, um ohne Gewichte, ohne Nadeln, ohne Klebestreifen oder sonstigen Ballast den Schnitt abzuzeichnen. Der Müllsack, ein Stift und das Schnittmuster. Mehr nicht. 


Sind alle Linien aufgezeichnet, alle Markierungen übertragen, das Schnitteil beschriftet mit Modell und Größe? Dann darf die scharfe Schere (nochmals niemals nie die Stoffschere!!!) entlang der Linien wie durch Butter gleiten. Nicht schneiden - kein schnipp - kein schnapp. Nur leicht öffnen und die Klinge durch den Müllsack schieben. Mehr nicht.


Alle Schnittteile einsammeln, zusammenknüllen (Knitterfalten stören später nicht und lassen sich einfach glatt streichen) und in einen Briefumschlag stopfen. Mehr nicht.


Beschriften, bekrakeln, in die Sammlung einsortieren. Mehr nicht.



Das ist meine Methode... verratet ihr mir Eure?