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07.05.2013

weiter wimpeln

Inzwischen ist auch der hier geplante Sammelbeutel fertig und will noch schnell mit auf ein Bild für Ninas Upcyclingsammlung. Entstanden aus einer Altkleiderbluse und den Zuschnittresten der schon genähten Wimpel. Ich hoffe, ihn während der nächsten Wochen mehrmals leeren zu müssen. Habt Dank für Euren Zuspruch, das Lob verteile ich gerne an andere, denn die Wimpelkettenidee ist nicht von mir. Nur der plötzliche Drang es groß zu machen: gemeinschaftlich, mit Herzblut, recycelnd und weltkitaverbessernd mit wehenden Fahnen, ist während des nächtlichen Nähens auf meinem Mist gewachsen. Hoffentlich ist jene Freude, etwas tun zu können und sei es erstmal noch so klein (und weit entfernt von den eigentlichen Problemen) ansteckend. Und Kräfte mobilisierend. Ich möchte daran glauben. 


Wimpelblüten

Die derzeit ziemlich trostlose Außenanlage der Kita ist in Begriff, sich durch engagierte Eltern zu verschönern. Bis jedoch die letzten organisatorischen Hürden genommen sind und die ersten Blumen wirklich blühen, wird es noch eine Weile dauern. Erste Farbtupfer soll eine lange Wimpelkette in den Garten bringen. Weil mein Stofflager zwar groß und bunt aber doch endlich ist und noch vielmehr, weil ich mir erhoffe, auf diese Weise noch ein paar mehr Eltern für Initiative und Kommunikation zu begeistern, habe ich heute einen kleinen Aufruf verfasst. Außerdem soll noch ein Sammelbeutel (mit applizierten Wimpelzuschnittresten) entstehen, in den dann hoffentlich viele fertige Wimpel und bunte Stoffstücke wandern. Ich habe ausdrücklich auch dazu aufgerufen, abgelegte Lieblingskleider, Kuschelkissen oder Ähnliches zu zerschneiden. So bekommen die Wimpel bestimmt eine noch viel persönlichere Note und die Kinder wird es sicherlich freuen, wenn sie "ihren" Wimpel im Garten entdecken. Oder jenen, der aussieht wie Hans' Hose. Oder diesen, der flattert, wie Annas Kleid. Oder, oder... Ich hoffe sehr, dass sich das Sammelbeutelchen füllt und ich erstmal im Kleinen ein bißchen frischen, bunten Wind in die Kita tragen kann. Denn immer nur meckern und sich über so manche Zustände ärgern, bringt niemanden weiter. Meinem Kind geht es gerade sehr gut dort, es blüht auf und hat einen tollen, neuen Erzieher, der nun offenbar dauerhaft bleibt und im Gegensatz zu allen anderen auch noch nicht einmal krank war... Trotzdem laufen viele Dinge falsch und die Stimmung ist mitunter sehr angespannt. Mögen die Wimpel Erheiterung und Frustabbau zugleich sein. Ein Anfang wenigstens, der irgendwann bunte Früchte und Blüten trägt. Ich werde berichten...
EDIT: zum fertigen Sammelbeutel hier entlang...


Mehr Blühendes, Aufbrechendes und Frühlingshaftes mit viel Herzblut ist HIER versammelt.
Mehr dienstägliche Einblicke in Kreativzimmer gibt es HIER.
Danke Anette und Anke!

23.04.2013

Groß wird klein. Kleiderrecycling. Me Made Mittwoch.

Endlich, es ist Frühling. Und endlich habe ich jenes Teil meiner Altkleidersammlung angeschnitten, welches ich schon einen ganzen Winter lang immer wieder sehnsüchtig gestreichelt habe. Das XXL-Shirt war im letzten Herbst in einem SecondHandLaden in meine Hände gewandert. Der (Viskose-?) Jersey ist ganz weich und dünn, fühlt sich trotzdem nicht künstlich an und ist, so scheint mir, von sehr guter Qualität. Während sämtliche Etiketten vom Waschen schon ganz verblichen und unlesbar waren (schade, ich hätte die genaue Zusammensetzung gern erfahren), sieht man dem Stoff keinerlei Ermüdungserscheinungen an. Ein paar Mal war ich schon drauf und dran, das Shirt für die Tochter anzuschneiden. Der tiefe Ausschnitt und die Pololeiste waren aber bei jedem Versuch, etwas Kindliches daraus zu machen, im Weg und so wartete das Shirt weiter auf seinen Moment. Nun habe ich es passend gemacht. Für mich. Als grobe Vorlage diente mir ein Kaufshirt. Bei den Ärmeln musste ich improvisieren und einfach mal wieder mutig nach Gefühl zuschneiden. Im Gegensatz zu sonst hat es diesmal gut geklappt. Möglicherweise stellt sich ja mit wachsender Näherfahrung doch noch ein verlässliches Gespür dafür ein, was machbar ist und was nicht... ? Dazu trage ich einen Rock (und eine Kaufhose), den ich schon im letzten Sommer recyclet habe. Das ungeliebte Ausgangsmaterial endete seinerzeit irgendwo zwischen Knien und Knöcheln und wurde mir gekürzt und mit einem (gut versteckten rotweißen Ringel-) Bündchen versehen zum guten Freund. Nun kann es doch bitte gerne Frühling bleiben... 


Was tragen die anderen Damen bei diesem Wetter? Folgt mir gerne hier entlang... 

22.04.2013

Alte Kleider. Zweiter Frühling.

Es wird zunehmend schwieriger, dem wachsenden Kinde Neues aus Abgelegtem zu nähen. Die größer werdenden Schnittmusterteile passen mitunter nicht mehr so einfach auf jene Altkleider, die nochmal zu neuem Leben erweckt werden sollen. Diesmal hat es nochmal geklappt, indem ich an den Seiten gut zwei Zentimeter weggenommen habe. Nun sitzt die aus Papas zerrissener Hose entstandene Pumphose figurnaher als hier oder hier, aber sie sitzt. Die Taschenform ist ein zufälliges Produkt. Sie ergab sich schlichtweg aus der Form des verwendeten Stoffrestes und gefällt mir nun sehr gut. Für die Bündchen habe ich ein Unterhemd zerschnitten. Das recyclete Shirt wird schon seit letztem Sommer getragen und ist nun langsam doch zu klein... 

Shirt: Sveja von Frau Liebstes
Hose: Knickebocker von Madame Jordan 

Was mein weiteres Kleiderrecycling betrifft, muß ich mir Gedanken machen. Denn alle Stauraummöglichkeiten (und -unmöglichkeiten...) sind gefüllt. Gleichzeitig brauche ich aber mehr Fundus, aus dem ich schöpfen kann. Denn mit wachsendem Kinde muß ich wohl mehrere alte Teile für ein neues Kleidungsstück kombinieren. Und da passt nicht immer alles zusammen. Alternativ könnte ich ausschließlich XXL-Altkleider annehmen. Oder lustige Patchworkhosen nähen. Weil es am Ende aber immer wieder etwas Besonderes ist, wenn das Kinde in unseren Kleidern spazieren geht, möchte ich einen Weg finden. Ein Anfang wäre ja vielleicht, Vorhandenes zu Vernähen bevor die nächste Kiste Altkleider einzieht... 

Mehr Upcycling gibt es bei Nina. Mehr mit den Händen Geschaffenes bei Anke

18.04.2013

Piep einmal.

Wann durchschaut ein Kind das Versteckspiel? Verrät nicht schon vorher, dass es sich jetzt hinter jenem Baum, hinter dieser Tür oder unter jener Decke versteckt. Und schließt nicht mehr selbst die Augen, um nicht gesehen zu werden? Später bitte... es ist einfach zu süß. 

cocoschock_Knickebocker_Pumphose_nähen_spielpause
Schnitt: Knickebocker von Madame Jordan / cocoschock
Recycling aus Papas Hose

08.04.2013

Vorausschauen

Ich habe einen kleinen Hang dazu, den Zuwachs des Mädchens etwas zu großzügig zu berechnen. Und so liegen manche genähte Kleidungsstücke erstmal monate- oder gar jahrelang im Schrank, bis sie nicht mehr bei jeder Bewegung von Schultern oder Hüfte rutschen. Heute morgen haben wir dieses Kleidchen wieder entdeckt. Es ist wenigstens ein bißchen rosa und war ein feiner, beschwichtigender Kompromiss zum eigentlich gewünschten rosa Röckchen, welches seiner angeborenen Drehleidenschaft gerade in der Waschmaschine nachgeht. Die blumige Windmühle aus einem recycleten Beulenosterei passte heute perfekt zum nahenden Frühlingswind. Ich rieche ihn schon... 


05.04.2013

Hunger. Rosa. Satt.

Kürzlich waren wir in der Stadt auf Hausschuhpirsch und ich war doch sehr erschrocken über die kindliche Zuneigung zu allem Rosafarbenen. Glücklicherweise hat an diesem Tage einfach nichts gepasst und wir gingen mit leeren Händen und ganz ohne rosa wieder nach Hause. Inzwischen ist der zwei Wochen lang verschollene linke Mutschuh wieder aufgetaucht und das so entstandene Hausschuhproblem hat sich von ganz allein gelöst. Die gebliebene Rosaliebe hat mich aber nachdenklich gemacht. Ihr habe ich mit diesem Röckchen etwas Futter geben wollen. Nicht ohne die leise Hoffnung, das rosahungernde Kind damit nun nachhaltig gesättigt zu haben. Ich mag am Mädchen nämlich viel lieber grün. Oder blau. Oder türkis. Den Rock wird es jedenfalls noch in anderen Farben geben. Er braucht nur zwei Schnittteile und ist schnell genäht. Die in einer Bahn vernähte arme Raupe ist längst zum Drehwurm mutiert, das schwungvolle Rotieren bis zum Umfallen klappt mit dem Röckchen nämlich ganz wunderbar...

Schnitt: Zweilagenrock von lillesol und pelle. Unterrock und Tasche: Blusenrecycling. 

19.03.2013

Hemdenrecycling. Schneller Mädchenrock.

Weil unsere Kopfstandeulen solch ein Erfolg waren, sie wegen verschiedener Malheure aber den heutigen Tag statt in der Kita in der Waschmaschine verbringen, muß schnell für Nachschub gesorgt werden. Diesmal ganz ohne Eulen und Kopfstand. Einfach rot und dafür gut zu kombinieren. Ich habe mich an einer Bluse aus dem familiären Altkleiderfundus bedient, beim Tragen wird das Kinde nun immer an die Oma denken. Den unteren Blusenteil einfach in der gewünschten Rocklänge plus Zugabe für den Gummizug abschneiden. Die Schnittkante umklappen und einen Tunnel nähen, dabei eine Wendeöffnung lassen. Gummi einziehen, fertig. Ich bin noch einen kleinen Umweg gegangen und habe eine Seitennaht aufgetrennt, um noch eine Tasche unterzubringen. Ich freue mich sehr, dass ich meinen Hemdenstapel endlich aus dem Winterschlaf gekitzelt habe. Zählten die Hemdenrecyclings im letzten Sommer doch zu meinen liebsten Projekten (hier, hier oder hier). Inzwischen hat sich auch ein ordentlicher Stapel Hemdenverschnitt angesammelt, nämlich unzählige Ärmel. Diesbezüglich warte ich schon länger auf eine Eingebung, denn Hemdsärmelhosen (ein Tutorial gibt es hier) passen dem Kinde leider nicht mehr. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich? 

Das Röckchen flattert heute zu Ninas Upcyclingdienstag und zu Ankes creadienstag. Besten Dank Euch beiden für das Sammeln!

11.03.2013

Wolle für den Schnee. Pulloverrecycling.

Nun hat es auch uns wieder erwischt. Leipzig ist wieder weiß. Kalt und matschig. Das Kinde stört es nicht so sehr, schon vor der Kita gab es heute Morgen eine kleine ausgelassene Runde Schneebuddelei auf dem Hinterhof. Gegen die Kälte hilft Mamas zu klein gewaschener Wollpullover. Mit ein paar Schnitten und Nähten passt er nun dem Kinde und wärmt. Und verleiht offenbar Flügel...

Schnitt: primavera von lillesol und pelle. Änderungen: Teilung weggelassen. 
Mehr Selbstgenähtes für Kinder sammelt das Fräulein Rohmilch.

05.03.2013

Patchwork auf Styropor. Ein Wandbild.

Nach der Renovierung des Kinderzimmers fehlt uns noch eine Wandgestaltung passend zur farbigen Malecke. Ich verwende hierfür viele kleine Styroporplatten, die als Kratz- und Bruchschutz in den Möbelkartons gelegen hatten. Mit Tapetenkleister lassen sie sich wunderbar mit Stoffresten bekleben. Den Pinsel auf den Bildern haben wir schnell zur Seite gelegt und lieber mit den Händen gematscht. Das ging viel besser und schneller, denn hier gilt: viel hilft viel, wenn sich der Stoff ohne Blasen und Falten um die Platten legen soll. Nur fotografiert es sich mit Matschehänden nicht mehr so doll. Der Kleister lässt sich ohne Probleme mit Wasser und Seife von den Händen (Kleidern, Gesicht, Haaren und Tisch) entfernen. Wer schlau ist, rührt mit warmem Wasser an und hat dann beim Werkeln nicht so schnell kalte Hände. Die Stoffstücke habe ich mit einer Zickzackschere geschnitten, um sie vor dem Ausfransen zu schützen. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das ohnehin durch den Kleister vermieden wird. Oder dass ein Ausfransen am Ende gar nicht so schlecht sondern sogar spannend aussähe? So ich denn heute endlich den seit Tagen vermissten Hammer wiederfinde, gäbe es später am Tage noch ein Zeugnis des fertigen Werkes, welches eigentlich nur noch an die weiße Wand über dem Hochbett (hiermit zugedeckt) wandern muß... Mehr Upcycling sammelt Nina, mehr Einblicke in Kreativzimmer (hier Küchentisch) Anke. Euch einen schönen (Frühlings-) Dienstag! 


EDIT: der Hammer bleibt auch nach intensiver Suche weiterhin verschollen, ebenso die Wasserwaage. Wir haben uns mit Posterstrips und Augenmaß beholfen und sind ganz zufrieden mit unserem Gemeinschaftswerk. Für ein nächstes Mal merke ich mir die Erkenntnis, dass helle Stoffe nicht dunklere überlappen sondern lieber umgekehrt... 



26.02.2013

Patchworkdecke. Klein ganz groß.

Seit Langem schon gibt es in diesem Hause eine Patchworkdecke in Kleinformat. Sie war beinahe ausschließlich aus Resten und zu Übungszwecken entstanden und fügte sich seinerzeit auch ohne große Probleme zu einem Endmaß von ca. 70x80cm zusammen. (Die Quadrate messen jeweils 15x15cm inkl. Nahtzugabe.) Inzwischen ist sie so regelmäßig und vielfältig in Gebrauch, dass sie sich den Alltagsheldenstatus redlich verdient hat. Lange dachte ich, die Decke wäre zu klein geraten. Denn ein Baby passt zwar bequemlichst darauf, solange es noch nicht großartig hin und her robbt. Für das Kinderbett und das seinerzeit 2 1/2jährige Mädchen schien sie aber eigentlich schon zu klein. Seit ein paar Wochen nun könnte sie bessere Maße nicht haben: sie ist (Zu-) Decke für's Ausruhen, sie ist (Unter-) Decke für's Puppenpicknick. Sie ist Höhle und Zelt, Gespensterkostüm und Prinzessinnenrock. Ich bin mir sicher, die Decke wird in ihrem Leben noch in viele Rollen mehr schlüpfen... 


Ob es wohl auch ein wenig an den vielen Geschichten der Stoffe liegt, die ich dafür vernäht habe? Es waren Reste von hierhierhier und hier. Außerdem fanden ein Herrenhemd vom Opa sowie Überbleibsel von meinem allerersten genähten Kleid noch eine schöne Verwendung in der Decke. 


Weil sie in so übersichtlichen Maßen und mit ein wenig Übung (hierhierhierhier und hier ) recht zügig genäht ist, liegen heute die Reste vom kürzlich umgestalteten Kaufmannsladen auf meinem Zuschneidetisch. Aus ihnen soll nun eine Decke für andere Kinder werden. Und hoffentlich genau so viel Freude bereiten, wie es unser Exemplar hier tut... EDIT: der Stoff vom Kaufmannsladen ist nach ausgiebigem Befühlen und Beschneiden leider von so schlechter Qualität, dass ich es nicht fertig bringe, ihn in eine Decke zu vernähen... Die soll ja schließlich lange halten und bespielt werden! 

 

Mehr Alltagshelden gibt es bei Stephie, mehr Upcycling bei Nina und mehr Einblicke in Kreativzimmer bei Anke. Danke Euch dreien für die stets so inspirierenden Sammlungen! Und wer sich auch mal an einer Decke versuchen möchte, findet HIER ein ganzes Tutorial!

05.02.2013

Morgenkreis

Frohen Mutes haben wir uns gestern ins Kitaleben gestürzt. Und landeten direkt im montäglichen Morgenkreis. Jedes Kind sitzt auf seinem persönlichen Kissen. Jedes darf etwas Erlebtes erzählen oder etwas Mitgebrachtes zeigen. Und alle anderen hören und schauen zu. So der eigentlich so schöne Plan... Das Erzieherinnenteam ist durch Krankheit aber arg gebeutelt und seit gestern auf zwei geschrumpft. Die große Kinderschar so wuselig, dass es mir nicht möglich war, sie durchzuzählen. In jedem Fall waren es zu viele. Viel zu viele. Da halfen auch die bequemen Kissen nicht. Erfreulicherweise möchte das Kinde es morgen trotzdem nochmal versuchen. Mit eigenem Kissen.  


Die Vorderseite besteht komplett aus Stoffresten von der Abschiedsdecke. Die Rückseite war einmal eine Stoffserviette, die unlängst mit Omas Koffer in unseren Vorrat reiste. Innen liegen zwei Lagen dickes Volumenvlies übereinander. Die Nähte sind nicht gerade von paralleler Güte, aber Zeit und Müdigkeit drängten bis nach Mitternacht. Schließlich hängt das weitere Kitaglück an jenem Kissen und so soll es heute unbedingt mit zum neuerlichen Morgenkreisversuch. Mehr Reste, neue Kreise ziehend, gibt's bei Nina! Und im großen Kreise wird heute auch wieder hier gewerkelt.

02.01.2013

Mein Liebstes. Me Made Mittwoch.

In den vergangenen Monaten wurde viel genäht. (Hier entlang zum Jahresrückblick). Manches wurde oft getragen. Einiges auch nicht. Die Tendenz zeigte zum Jahresende aber vielversprechend in die richtige Richtung und ich freue mich sehr auf ein weiteres Jahr mit dem Me Made Mittwoch mit seinen wunderbaren Gastgeberdamen und den vielen, stets bunten Gästen. Trotz einiger Fehltritte im vergangenen Nähjahr gibt es doch ein Kleidungsstück, welches ich rauf und runter getragen habe, solange die Temperaturen es eben zuliessen. Am dänischen Strand, im heimischen Park, am See, am Fluß, in der Stadt, auf dem Land, daheim und in der Ferne - mein Liebstes: 

Schnitt: Mayla von Frau Liebstes
Änderungen: vorne eingefügte Kellerfalte, unten einige cm verlängert
Stoff: Kleiderrecycling


Noch mehr Lieblingskleidungsstücke aus 2012 gibt es hier zu sehen.

31.12.2012

Wenn Wünsche schwimmen lernen - 2013 ahoi!

Während der letzten Wochen habe ich mit großer Begeisterung immer wieder von Caros Märchennüssen probiert (inzwischen sind sie zu Wunschnüssen geworden). Aber auch einige echte Nüsse haben wir hier in der Weihnachtszeit geknackt und immer wieder ein paar unversehrte Schalen auf die Seite gelegt. Bei Katja las ich kürzlich von Ihrem Vorhaben, die Nüsse mit Wünschen bespickt zur See zu schicken. Die Idee fand ich so schön, dass ich sie heute mit dem kleinen Mädchen verwirklicht habe. Dazu haben wir zunächst ein kleines Papierdreieck mit Wünschen beschrieben, bemalt, einmal gefalten und dieses dann - gleich einem Segel - auf ein Streichholz gesteckt. Die Nußschalen habe ich etwa zur Hälfte mit flüssigem Wachs aus den Adventskerzen befüllt. Dorthinein wird sogleich das Segel gesetzt und so lange still gehalten, bis sich das Wachs verfestigt. Das dauert auf so kleinem Raum mit ein bißchen Gepuste nur wenige Sekunden. Bevor es zur See ging, gab es für alle Schiffchen eine kleine Testfahrt in einer heimischen Wasserschüssel. Eventuelle Schlagseiten konnten wir durch ein Drehen des Segels so noch gut ausgleichen. 


Kind und ich waren ganz verzaubert und so werden wir zum nächsten Jahreswechsel bestimmt wieder ein paar Schiffchen auf die Reise schicken. Vielleicht geht ja sogar der eine oder andere Wunsch in Erfüllung? Viele Ideen, wie sich Weihnachtliches noch wunderbar recyclen lässt, gibt es übrigens dieser Tage bei Caro zu sehen. Habt einen schönen Silvesterabend und kommt gut ins neue Jahr! Wir lassen es ganz ruhig angehen und konzentrieren uns lieber auf ein ausgeschlafenes und üppiges Neujahrsfrühstück. Die ersten Begegnungen mit Silvesterknallern während unseres Gangs zum Wunschschiffhafen lassen allerdings vermuten, dass ich wohl die halbe Nacht ein ängstliches Kinde beruhigen werde... Guten Rutsch!

30.12.2012

Best of DIY 2012. Ein Jahresrückblick.

Das Jahr 2012 ist beinahe verstrichen. Was ist eigentlich in den letzten Monaten alles durch meine Hände entstanden? Was hat sich bewährt? Was lasse ich im nächsten Jahr vielleicht lieber bleiben? 

Auf jeden Fall wird weiterhin genäht. Zu lang sind noch die Listen an Ideen, zu viel noch ist da an ungenutztem Potential in Maschinen und mir - es bleibt mir also weiterhin eine der größten Freuden, mit Stoffen und Schnitten zu jonglieren. Einen festen Platz wird auf jeden Fall weiterhin der Upcyclinggedanke haben. Mit wachsendem Kinde wird es wohl zunehmend schwieriger werden, Schönes und Tragbares zu zaubern. Ein paar Hemdsärmel ergeben leider schon seit ein paar Monaten keine Hose mehr und ob im nächsten Sommer ein Hemd noch für ein Kleid reicht, ist fraglich. Versetzt mich aber ob der wachsenden Herausforderung auch in eine leise Vorfreude auf die nächste Herrenhemdrecyclingsaison. 


Seit ich mir im Rahmen der Basicaktion (mehr dazu bei Catrin) Gedanken über meine Kleider gemacht habe, zeichnen sich die ersten Fortschritte ab: Meine letzten drei Me Mades (Kanga und Fanö) liegen ganz vorn im Kleiderschrank und sind tatsächlich gern getragene Alltagsgarderobe. Einen nicht unwesentlichen Anteil hat daran gewiss auch die kürzliche Anschaffung der Overlockmaschine. Vieles geht mir damit nun wesentlich leichter von der Hand. So darf es im neuen Jahr gerne weitergehen. 

  
Hin und wieder brauchte ich im letzten Jahr aber auch Abwechslung vom Garderobe nähen. So  habe ich mich ein wenig im Stoffdruck geübt. Außerdem haben wir ich Spitzwegerichöl gebraut und damit einen ganzen Sommer lang sämtliche Wehwehchen des Kindes verarztet. Und auch sonst drehten sich natürlich viele DIY-Projekte um die Welt des kleinen Erdenbürgers: das Memory raubte mir seinerzeit den letzten Nerv und ist mir dabei so ans Herz gewachsen. Die  Fühlkissen werden eifrig bei der Tagesmutter bespielt und die kleinen wie auch die großen Puppenspielgefährten haben wir ebenso bedacht. Zwischendurch waren wir Gäste einer famosen Hasenjagd (mehr bei Mond) und zuletzt hatte mir die Adventspost (mehr bei Tabea) in der Vorweihnachtszeit täglich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Seit einigen Wochen warten wir nun auf eisigere Temperaturen, um das Windspiel aus Eis nochmal aus dem Gefrierschrank holen zu können.


Ich blicke zurück auf ein sehr schönes, erstes Bloggerjahr. Zu sehen, dass neben allen Inspirationen und so herzlich gewachsenen Kontakten auch noch so viel Greifbares entstanden ist, macht mich dankbar, sehr zufrieden und auch ein wenig stolz. Erwartungsfroh begrüße ich das Neue Jahr und freue mich, wenn Ihr mich weiterhin begleitet. In diesem Sinne, einen guten Rutsch und Alles Gute für 2013, Marja. 

Mehr DIY- Jahresrückblicke versammeln sich dieser Tage in Hülle und Fülle bei Caro!




18.12.2012

Nachlese. Kränkelnd.

Vor ein paar Tagen hatten sie sich schon angekündigt: Shirts aus Altkleiderspenden von Oma (unten), Papa, Kind (oben) und mir (Mitte). Inzwischen sind alle Teile, mit neuen Stoffen kombiniert, zu neuem Leben erwacht. Jedes Shirt trägt eine kleine Familiengeschichte in sich und wärmt nun die liebevolle Puppenmama. Und das Beste: jedes wird vom Kinde angezogen. Sogar gerne. Der Schnitt ist wieder Sveja von Frau Liebstes. Unser Klassiker. Geht hier fast noch als Kleidchen durch, erspart mir bei den derzeitigen Wetterverhältnissen aber auch das ständige Gezuppel am Kind: ist das Hemdchen noch am rechten Platze? Sveja drüber und gut. Und warm... Trotzdem hat es das Mädchen nun doch mal erwischt. Seit gestern wird geschnaubt, gehustet, gehalsschmerzt und geweint. Pünktlich zum Fest? Wir geben uns alle Mühe, bis dahin wieder fit zu sein...


11.12.2012

Oma. Papa. Kind. Upcycling generationenübergreifend.


Inzwischen werde ich ja aus allen möglichen Richtungen mit abgelegten Kleidungsstücken versorgt. Und so passierte es gestern, dass ich aus dem Altkleidervorrat dreier Generationen schöpfen konnte. Oma steuerte ein rotes T-Shirt bei, vom Papa kam ein grüner Wollpullover. Aus dem war vor ca. zwei Jahren bereits eine Pumphose entstanden, die uns lange begleitet hat. Nun sind aus den Hosenbeinen schon neue Ärmel zugeschnitten. Gemeinsam mit weiteren Recyclingschnittteilen warten sie auf das heutige Zusammennähen. Fertig geworden ist hingegen gestern schon das Shirt mit Teilen aus Omas roten Altkleidern. Aus dem kombinierten karierten Stoff habe ich mich unlängst selbst benäht, das Kind meldete beim ersten Anblick sogleich Interesse an. Und weil wir in letzter Zeit ja hin und wieder Probleme mit Mamas Genähtem und dem konträren kindlichen Geschmack hatten, nahm ich diesen Auftrag gerne postwendend an:

Mir gefällt der Gedanke, dass mein Kind immer etwas von seinen Lieben an sich trägt. Teile von Familienkleidern, die schon etwas erlebt haben. Mir scheint fast, als könnten sie einen Hauch behüten und Geborgenheit geben, wenn mal keine Familie in der Nähe ist... 

Mehr Neues aus Altem sammelt Nina heute ein und was in anderen Näh- und Kreativzimmern passiert, während ich meine übrigen Recyclingzuschnitte zusammenfüge, findet sich bei Mizoals creadienstag. 

04.12.2012

Adventspost. Angekommen?

Michaela und Tabea haben zwei wunderbare Adventskalender organisiert, gestern nun waren hoffentlich alle zu befüllenden Briefkästen mit meinem Kärtchen für den dritten Dezember versorgt. Birgits Exemplar brauchte einen zweiten Anlauf, weil ich doch tatsächlich die Briefmarke vergessen hatte... Meine Vorarbeiten gab es kürzlich schon hier und hier zu sehen, heute gibt's noch einen Blick auf das Endprodukt: 


Ich habe eine Gipsbinde in Streifen geschnitten und selbige mit Wasser auf die Kärtchen aufgebracht und gut trocknen lassen. Mit Tapetenkleister fanden schließlich die musikalischen Schneeflocken Halt. Jede singt dem Empfänger ein paar Textzeilen aus Bachs Weihnachtsoratorium. Einzig die Stempelei für den dritten Dezember war auf dem groben Untergrund nicht so möglich, wie ich mir das vorgestellt habe. Bei schätzungsweise 4/5 der Karten, mußte ich mit schwarzem Filzstift nachbessern. Meine Karte kommt im Querformat daher - wie selbstverständlich hatte sich das so ergeben. Ich hoffe, die Empfänger können sich damit arrangieren. Die gestempelten Dreien wurden von mir aber für den Fall der Fälle behutsam darauf vorbereitet, dass sie die nächsten Wochen möglicherweise auf der Seite liegend verbringen müssen - sie waren alle einverstanden... 

Mehr Post und Entstehungsprozesse gibt es bei Tabea zu sehen.

27.11.2012

Adventspost. Upcycling.

Nachdem die Vorarbeit beendet war, habe ich mich gestern weiter mit den Adventspostkarten vergnügt. Das kleine Format von 6x9cm schien mir zunächst so schön übersichtlich und sicherlich ganz schnell ausgefüllt. Im Zuge meiner fortschreitenden Überlegungen hätte ich nun aber lieber mehr Platz und halte hier fest: Mir fällt es auf so kleinem Raum schwer, mich auf wenig zu beschränken. Die Karte nicht zu überfüllen und doch auszugestalten. Und am Ende ein stimmiges Gesamtbild zu kreieren... pfff... mal sehen, wo das noch hinführt. Entstanden sind zunächst einmal viele kleine musikalische Schneeflocken aus einem Textbuch vom Weihnachtsoratorium, welches ich aus unlängst aus einer Flohmarktkiste geborgen hatte (schwer gefallen ist mir die Prozedur des Buchzerschneidens schon...). Wie das mit den Schneeflocken geht, weiß wohl jedes Kind? Ich musste trotzdem nochmal nachschauen. Und zwar HIER.


Weiterhin habe ich endlich mein Linolbesteck ausprobiert und erfreut festgestellt, dass sich die Linolplatten ohne Probleme mit einer Schere in kleinere Stücke schneiden lassen. So war es ein Leichtes, einen Linoldruckstempel in Adventspostmaßen zu schnitzen. Ein längs halbierter Korken dient als Griff. Was genau ich da zurechtgestümpert habe, will ich heute aber noch nicht verraten. Im Zuge meiner Stempeleien habe ich übrigens noch einen famosen Kreisstempel entdeckt: eine leere Garnrolle. War, wie Ihr erahnen könnt, so nicht von mir geplant. Finde den Kreis aber nun viel schöner als das komische Rad...


Manch andere Adventspostwerkstatt öffnet ihre Türen dieser Tage bei Tabea. Noch mehr kreative Ideen versammeln sich beim creadienstag und noch mehr Upcyclingideen gibt es wie immer bei Nina

30.10.2012

Upcycling. Kinderausgabe.

Heute ein wirklich winziges, aber nachhaltiges Upcycling von Kinderhand. Beim Spiel mit zwei roten und grünen Tetrapackverschlüssen (orange war nicht vorrätig...), kam dem Kinde die Idee: Mama, schau mal. Das sieht wie ein Ampel aus... Ich habe selbige sodann aus schwarzem Karton beigesteuert. Die Ampellichter platzierten die kleinen Kinderhände. Und das arme Auto steht seither im Dauerstau. Wenn dieses Projekt nicht nachhaltig ist...? Schließlich haben sich die Upcyclingfreuden schon an die nächste Generation übertragen. Mehr kleine und große Upcyclinginspirationen findet Ihr immer dienstags bei NINA.