12.08.2013

Gemüse ess ich nicht.

Mein Kind ist (wie viele andere?) ein Phasenesser. Heute so, morgen anders. Oliven werden eine Weile heiß geliebt, dann ganz plötzlich vor Ekel ausgespuckt. Käse gab es unlängst noch in daumesdicken Scheiben. Dann wieder landet allenfalls Butter auf dem Brot. Im Moment befindet man sich in der Beilagenphase: Nudeln, Reis, Brot. Aber bitte ohne alles. Kein Gemüse, kein Fleisch, keine Sauce, keinen Käse. Grmpf. Vor ein paar Wochen war das noch genau umgekehrt. Wenigstens Obst geht aber eigentlich immer. Also mahne ich mich zur Entspanntheit und warte einfach auf das Ende dieser Phase. Über das gemeinsame Kochen gelangen ja regelmäßig wenigstens die vertraglich ausgehandelten Probierhäppchen im Beilagenmagen. 
Unlängst haben wir gemeinsam begeistert einen bunten Salat zurecht geschnitten. Von jedem Gemüse gab es ein Häppchen in den Mund und die Champignons wurden mit größter Begeisterung aufgenommen. Der fertige Salat hingegen war wieder ein Reinfall. Möglicherweise könnte ich das Kinde ja mit Pilzen aus seiner Beilagenphase locken...? Hat natürlich nicht geklappt. Nachfolgendes Gericht habe ich wieder fast allein gegessen. Ich bin aber davon überzeugt, dass das nicht an schlechter Kochkunst lag, deswegen bringe ich das Rezept zu Katja, mit der wir vor Kurzem einen so wunderbaren Schlemmernachmittag genießen durften...! 


Champignon-Rahm-Geschnetzeltes (vegan ohne Soja) für anderthalb Esser

zwei Frühlingszwiebeln
zwei Handvoll Champignons
Petersilie
1EL Mandelmus
etwa 200ml Wasser
Salz, Pfeffer

Frühlingszwiebeln und Pilze in kleine Stücke schneiden und in etwas Olivenöl andünsten. Mit Wasser (oder Wein) ablöschen und das Mandelmus einrühren. Aufkochen lassen und je nach gewünschter Sämigkeit noch etwas Wasser oder Mus dazugeben. Mit Petersilie, Pfeffer und Salz abschmecken. Was nun bliebe, wäre noch viel Raum für geschmackliche Finessen. Thymian, Salbei, Rosmarin, Knoblauch, Estragon, Zitronenabrieb wären z.B. in unterschiedlichen Kombinationen denkbar, des Kindes wegen probierte ich es aber erstmal wieder mit "weniger ist mehr".  Es war mein erster Versuch mit Mandelmus. Geschmacklich und der Einfachheit wegen hat es mich voll überzeugt, einzig der Preis schlägt mir auf den Magen. Da hilft wohl nur Selbermachen, positive Erfahrungen meinerseits stehen da aber noch aus. Ich empfehle aber ohnehin erstmal einen sparsamen Umgang. Ich war gleich etwas übereifrig und fühlte mich (mit knapp zwei verwendeten Esslöffeln) etwa so platt wie nach dem Verzehr von einem Liter Sahnesauce. Dazu gab es Gnocchi. Und die waren der Renner beim Kind...





Kommentare:

  1. Auja, DAS kann ich sogar meinen Jungs serverien, die Gott sei Dank Pilze mögen.

    Und ich kann dich ein wenig beruhigen. Ja, es ist eine Phase, dass jenes heute gegessen wird, morgen aber nicht. Das Beunruhigende: Sie dauert länger als man denkt. (Und ist besonders schwierig händelbar, wenn man nicht mehr weiß, was man den hungrigen Wölfen auf´s Brot legen soll ...).

    Je größer sie werden, desto einfacher wird es aber, ihnen aufzutragen, sie sollen sich selbst einen für sie geeigneten Brotbelag/-aufstrich besorgen :-)

    Von daher halte durch! Das wird auch besser - phasenweise ;-)

    Liebste Grüße

    Katja

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  2. jetzt bin ich erstmal wieder bei dir im blog spaziert und habe mich an dem ein oder anderen erfreut...an langen! mädchenhaaren, witzigem kindermund und diversen koch-und kreativanregungen;) hab eine gute woche! das wünscht herzlichst birgit

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  3. ;-) ;-), jaja die Phasen... Wirst du wohl auch gehabt haben, ich kann mich aber nicht erinnern, die lange, lange Nutella-Toastbrot-Cola-Phase vom Waldkind 3 hat alles andere dick und fett zugedeckt ;-). Möge diese Phase bei euch besser ausbleiben... Liebe Grüße dmama

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    1. Waldkind 3 sah und sieht man diese (längst überwundene) Phase aber nie an... Neulich hat es sogar jenen oben erwähnten Salat verschlungen. :-) ...

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  4. meine kochmerkliste wird länger und länger — das kommt definitiv mit drauf.
    liebe grüße!
    oh, und zur nachspeise vielleicht ribiseln? (johannisbeeren, das wort ist mindestens genauso schön, nur so lustig vielleicht nicht.)

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  5. oh. oh. mit mandelmus. da bin ich gespannt. auf geschmack und geRuch. denn gutes sollte beides tun. und gut sieht es schon mal aus.
    liebe gRÜße. käthe.

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  6. Das sieht sehr lecker aus und ich werde es sicher nachkochen. Wohl mit Erdnussmus, das gibts hier im Haushalt schon. Vielleicht schmeckt das ja auch :-) Und es wäre mal ein Grund mich wieder an Gnocchis zu versuchen. Der letzte Versuch ist mächtig in die Hose gegangen...
    sonnige Grüße und viel Kreativität beim Aushalten der "Ess-ich-nicht-Phasen",
    Stefanie

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  7. Ach, wenn mein Kind doch nur in Phasen essen würde. ;-) Das Desinteresse an Essen ist hier ungebrochen. Schon wenn man erwähnt, dass in 5 Minuten eine Mahlzeit ansteht, bricht das Kind in sich zusammen, grummelt, murrt und ningert. Nunja, unterernährt sieht er komischerweise nicht aus, bin gespannt, wie das dann wird, wenn er in der Schule ist und kein Erzieherin mehr darauf achtet, dass er in halbwegs annehmbarer Zeit eine gewisse Menge zu sich nimmt.
    Dafür isst das kleine Kind noch mit Begeisterung und fast alles, was man ihm vorsetzt. Eine wahre Freude.
    LG
    Kerstin

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  8. Das Proplem mit dem Essen kenne ich gut. Meine Jungs sind nun zwar schon 15 und 19 Jahre alt, mäkeln aber noch immer. Sie waren immer schon schlechte Esser. Als ich deswegen mal mit ihnen beim Hausarzt war, sagte dieser wörtlich: Seien sie froh, das sie nicht so fett wie andere Kinder sind. Da war ich sprachlos. Aber erst hatte Recht und meinte weiter: Ich solle ums Essen nicht viel Tamtam machen. Kein Kind hungert freiwillig. Nutella und Co solle ich gar nicht erst kaufen, um
    ihnen nicht den Appetit auf gesundes Essen zu verderben. Ich solle mich möglichst an feste Essenszeiten halten und für zwischendurchnue Wasser oder Tee zum Trinken anbieten.
    Das halten wir meistens auch heute noch so. Ich finde im Nachhinein den Rat unseres Arztes gut.Kein Kind hungert schließlich freiwillig.

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  9. ach, wie kenn ich das. hoffentlich sind es wirklich nur phasen. im moment will der wirbelwind nicht einmal mehr kosten, wenn er was nicht kennt und es ihm vom anblick her nicht zusagt. manchmal ist es die farbe, amnchmal die konsistenz. dann wieder generell alles... schwierig, sich als köchin noch halbwegs akzeptabel zu fühlen ;) mit schwammerln darf ich ihm nicht kommen. aber die gnocchi nimmt er - vielleicht ;)
    alles liebe
    dania

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  10. Yeah! veganes essen :) das freut mein Herz. Ich würde es essen. Auf diese Kinderphasen bin ich auch total gespannt. Man kann nicht mitreden, wenn man es selbst nicht erlebt hat. Stell dir mal vor, du hast dann noch mehr als ein Kind und jedes will es anders :D. Das geht einer Bekannten von mir so.
    Das Mandelmus selbst machen geht soweit ich weiß nur mit sehr leistungsstarken Standmixern oder Küchemaschinen. Sowas wäre mir wiederum zu teuer! Wahrscheinlich ist Sahne auch nur einfach zu billig, um es zu vergleichen. Du kannst ja auch aus dem Mandelmus eine ganze Menge machen, ehe es leer ist.

    LG,

    Nini

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Ich freue mich sehr über Eure Worte!