30.04.2012

Tutorial. Schnittmuster kopieren nach Art des Hauses.


Seit meinem Start ins Nähleben vor einigen Jahren, habe ich viele Stunden auf dem Boden robbend verbracht und (eher ungern) Schnittmuster kopiert. Anfangs fluchend, die Knie und der Rücken schmerzend, mit ehermäßigem Ertrag nach durchkopierter Nacht. Inzwischen habe ich für mich einen Weg gefunden, der keine Flüche mehr braucht, die Schmerzen im Rahmen hält und so kurz bzw. lange dauert, wie es nun mal eben dauert, die vielen Linien zu kopieren und auszuschneiden. Kopierrädchen, Kopierpapier oder Malerfolie... am Ende ist der folgende Weg mein -bis dato- Nonplusultra geworden und ich möchte ihn gerne mit Euch teilen. 

Man nehme:

  • Gelbe Säcke oder ähnliche dünne, möglichst große Mülltüten. 
  • Scharfe Schere (niemals nie und nochmals nie die Stoffschere!). 
  • Schnittmuster. 
  • Permanentmarker. 

Mehr nicht.


Hiesige gelbe Säcke sind dünner als dünn und somit gänzlich ungeeignet für den Transport von Müll. Sie haben aber wenigstens den Vorteil, dass sie sich beim Kontakt mit Schnittmustern sofort ganz verliebt anschmiegen. Sie kleben regelrecht am Papier. Perfekt also, um ohne Gewichte, ohne Nadeln, ohne Klebestreifen oder sonstigen Ballast den Schnitt abzuzeichnen. Der Müllsack, ein Stift und das Schnittmuster. Mehr nicht. 


Sind alle Linien aufgezeichnet, alle Markierungen übertragen, das Schnitteil beschriftet mit Modell und Größe? Dann darf die scharfe Schere (nochmals niemals nie die Stoffschere!!!) entlang der Linien wie durch Butter gleiten. Nicht schneiden - kein schnipp - kein schnapp. Nur leicht öffnen und die Klinge durch den Müllsack schieben. Mehr nicht.


Alle Schnittteile einsammeln, zusammenknüllen (Knitterfalten stören später nicht und lassen sich einfach glatt streichen) und in einen Briefumschlag stopfen. Mehr nicht.


Beschriften, bekrakeln, in die Sammlung einsortieren. Mehr nicht.



Das ist meine Methode... verratet ihr mir Eure?


Kommentare:

  1. Ja toll. Ich finde es immer gruselig diese riesen Stapel Schnittmuster zu durchsuchen …»da müsste doch Schnittmuster X bei sein … ja wo bist du denn? Ach nur noch die Hälfte da, oh wie schade.« Das Archivieren ist schwer, weil man die Bögen ja möglichst wenig knicken möchte und wer hat schon do riesen Ordner. Also habe ich nun neulich so eine Ziamonika-Mappe angelegt. Aber die war flux voll. Da wirkt deine Variante ja wie ein Lichtblick! Das nächste mal wird das gleich ausprobiert.

    NsSwd.T

    AntwortenLöschen
  2. Bei mir genau so, nur nehme ich keine Gelben Säcke sondern Malerfolie und damit fällt dann auch der Briefumschlagschritt flach...
    LG
    Theresa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meinst Du die feste, dickere Malerfolie? Und wie archivierst Du dann - ganz ohne Briefumschläge - diesen stetig wachsenden Haufen. Hängend, liegend, stehend? Wie haben es die Dinger am Bequemsten...?;-) LG, Marja

      Löschen
  3. Ich mach das genau wie du! Ich nehm aber keine grünen Säcke, sondern so Abdeckfolie wie man sie zum Malern verwendet. Die schmiegt sich auch schön an den Schnitt an. Zum Beschiften hat sich bei mir CD-Marker bewährt.

    Viele Grüße
    Christina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich liebe diesen Gestank vom Edding... der gehört für mich dazu ;-)... CD-Marker könnte man ja sogar wieder abwischen... (manche jedenfalls) Wäre ja ganz praktisch, wenn mal was am Muster geändert werden muß. Ich werde also mal proberiechen ;-). LG, Marja

      Löschen
  4. Ich hätte mir nicht gedacht, dass das mit ganz dünnen Müllsäcken funktioniert. Ist das dann nicht ein Problem beim Übertragen auf den Stoff? Gut finde ich, dass man die Muster in Briefumschläge geben kann.
    Ich machs so: ich kopiere auf Butterpapier und zeichne danach die Nahtzugabe direkt aufs Papier. Die Schnitte hefte ich mit einer großen Büroklammer zusammen und gebe sie in eine riesige Mappe ( so eine Zeichenmappe , ich hoffe, du weißt, was ich meine ) . So bin ich eigentlich sehr zufrieden und komme schnell voran.

    Allerdings nähe ich erst seit gut 3 Monaten, da weiß ich natürlich noch nicht viel. Das Kopierrädchen hab ich auch schon probiert, ist nix für mich!

    Schönen Abend noch, Daxi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Daxi, ich hatte auch schon Müllsäcke, die sich borstig angestellt haben... aber wie oben erwähnt, die hiesigen Säcke kleben regelrecht am Stoff, so dass ich nur noch selten etwas feststecke beim Schneiden... Allerdings schneide ich viel mit Rollschneider, da ist die Gefahr eh kleiner. Und die großen Schnittteile - bekommst Du die auf eine Rolle Butterbrotpapier? Z.B. dein entzückendes Loreladykleid von letzter Woche? Das passt doch nicht, oder sind bei Euch die Pausenbrote in XXL ;-) LG, Marja

      Löschen
    2. Tatsächlich fallen unsere Pausenbrote schon mal grösser aus ;)! Nein, im Ernst, bei grösseren Schnittteilen klebe ich 2 Lagen Butterpapier aneinander. Was Lorelady betrifft, da war nichtmal das nötig, da war der untere Teil ein Freestyle - Zuschnitt!

      Liebste Grüßchen, Daxi

      Löschen
  5. Ich hab gar keine. Außer dem Rumkriechen auf dem Boden, den Rückenschmerzen und dem vielen Fluchen. deshalb vielen Dank für deine grandiose Idee.
    Zumal ich mich tagtäglich über diese schwachsinnigen Säcke ärgere, die jedes Mal beim Müll runtertragen aufreissen. Gelbe Säcke, die ungeeignet sind für Müll gibt es also nict nur bei Dir.
    Die Methode wird unbedingt gemerkt und nachgemacht, wenn ich jemals wieder etwas nach Schnittmuster nähen sollte...

    LG, Katja

    AntwortenLöschen
  6. Toll toll toll... mega toll!!! Werd ich so übernehmen!!! Vielen Dank!!!

    AntwortenLöschen
  7. Ich habe ja erst angefangen auch Kleidung zu nähen und hab noch nicht so recht herausgefunden wie das am besten geht. Aber deine Idee klingt super. Ich habe zwar schon mal die Burda Folie versucht, aber die finde ich nicht fein, weil sie so verrutscht. Und das Backpapier kann ich nicht zusammenkleben. Bis jetzt habe ich einfach alles zusammengelegt und sum großen Schnittbogen in das Heft gelegt.
    Dann werd ich mich mal auf die Suche nach stitisch geladenne Müllsäcken machen.
    Danke für den Tipp
    lg dh

    AntwortenLöschen
  8. Ich habe - nach einigen knisternden Versuchen mit Backpapier - nun Dampfsperre (sehr feste Folie, die unter Laminat, Parkett, Linoleum etc. liegt) für größere Schnittteile aus dem Keller hervorgekramt. Man kann sie gut knicken und dann in Klarsichfolien archivieren. Dafür habe ich eine ausrangierte Stapelbox reserviert.

    AntwortenLöschen
  9. Für die kleineren Schnitte nehme ich Backpapier und für die größeren - da ich es geschenkt bekommen habe - inzwischen Burda Kopierpapier, also Seidenpapier. Aufbewahrt wird schnöde in Folientaschen, die wiederum in Aktenordner gestopft werden. Noch nicht perfekt ... und ich überlege, ob ich auf meine Hängeregistratur ausweiche, aber dazu muss dann dort erstmal der Papierkram raus.

    AntwortenLöschen
  10. Hallöle,

    meine Methode ist sehr ähnlich. Ich benutze auch entweder die gelben oder die blauen Wertsoffsäcke. Einmal Boden ab und die Seite auf schneiden und schon hat man eine Folie auf die eigentlich fast alle Schnitteile passen.
    Zum Abzeichnen aber benutze ich dann immer zwei zusammengeklebte CD-Schreiber, meist mit zwei Farben). Dadurch zeichne ich mir auch gleich die Nahtzugabe mit ein, da die Stiftspitzen genau einen Abstand von 1cm haben.
    Zur Archivierung benutze ich dann wiederverschliessbare Gefrierbeutel und die dann einfach in eine Box.
    Durch diese Methode find ich das Abzeichnen sehr einfach und schnell, gerade das Zugeben der Nahtzugaben hat mich immer so genervt und aufgehalten.
    Liebe Grüße
    Avarra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. super Idee mit den zusammengeklebten stiften....

      Löschen
  11. Liebe Marja,

    vielen Dank für den Link zu Deinem Tutorial. Ich versuch zur Zeit mein Glück mit Malerfolie, aber die will sich nicht so recht anschmiegen. Vielleicht muss ich einfach mal verschieden Fabrikate ausprobieren, bis ich die optimale Version gefunden habe. Gelbe Säcke gibts bei uns nämlich nicht. Ich hätte vor meinem Umzug ins Rheinland welche bunkern sollen...

    Viele Grüße,
    Kerstin

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über Eure Worte!